Steuerparadies Cayman Islands

Steueroase im Paradies: die Kaimaninseln gelten weltweit als Steueroase, und neben den Amerikanern haben weltweit hier viele vermögende Anleger ihr Geld in Sicherheit gebracht. So gibt es auf den Cayman Islands weder eine Einkommensteuer, noch Vermögensteuer, noch Erbschaftssteuer, Grundsteuer, Mehrwertsteuer oder ähnliche sog. „Direkten Steuern“. Sie entfallen in der britischen Kronkolonie beinahe komplett.
File 119So hat sich der Inselstaat zu einem der größten Finanzplätze weltweit entwickelt. Fast 1.000 Banken und Versicherungen und über 90.000 Unternehmen haben hier einen Hafen gefunden. Bei knapp 30.000 einheimischen Einwohnern und etwa 25.000 Zugereisten (Expats) wird das Verhältnis erst richtig deutlich: auf jeden Einwohner entfallen fast zwei Firmen!
Steuereinnahmen kommen auf den Cayman Islands vor allem durch Abgaben auf Importe und verschiedene andere Genehmigungen, z.B. Arbeitsgenehmigungen, Ein- und Ausreisegebühren, etc. zustande. Diese Einnahmen reichten bislang zumeist aus, 2012 mußten jedoch diese Steuern erstmalig deutlich erhöht werden und die steigenden Staatsausgaben tragen zu können.
Es ist zu vermuten, dass nur die wenigsten Reisenden ihr Vermögen schrittweise oder mit einem großen Schlag auf die Cayman Islands bringen. Vielmehr scheinen Banken weltweit den Transfer von Zahlungen zu unterstützen. Inwieweit beim Transfer von Vermögen Verstrickungen in Unternehmen, die Einbeziehung weiterer Banken oder die Ausdehnung von Zahlungskonstruktionen vonnöten sind, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Es scheint jedoch so, dass verschiedene Banken in aller Welt durchaus Lösungen für derartige Transaktionen zu beraten wissen. Besonders bekannt geworden ist in diesem Zusammenhang das Ugland House.
Von vielen Staaten und Regierungen wird weltweit inzwischen Druck ausgeübt auf die Cayman Islands, aber auch auf andere Steueroasen, damit die Kapital- und Steuerflucht eingedämmt und die Abgaben in den Heimatländern bezahlt werden.
Erwähnt werden soll an dieser Stelle jedoch auch, dass Geldtransaktionen zu oder von den Cayman Islands nicht immer etwas mit Geldwäsche oder Steuerflucht bzw. Steuerhinterziehung zu tun haben. Vielmehr ist dies nach Einschätzung renommierter Wirtschaftswissenschaftler nur ein kleiner Anteil, da die meisten Länder der Welt Steuer-Schlupflöcher absichtlich oder unabsichtlich offen lassen, vor allem für Unternehmen. Für viele Unternehmen ist es schon aufgrund der Risiko-Diversifizierung sinnvoll, verschiedene Gelder zwischenzeitlich in Steuerparadiesen zu „parken“.
Die Cayman Islands selbst verstehen sich nicht so sehr als Steueroase. Die Regierung bezeichnet die Cayman Islands stattdessen schlicht als „steuerneutral“, wodurch sie den amerikanischen und europäischen Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit erleichterten. Dies funktioniert so, dass ein Unternehmen z.B. eine Filiale auf den Cayman Islands einrichtet. Diese Filiale treibt dann vor Ort Handel mit den Filialen anderer Unternehmen, die ggfs. ebenfalls auf den Cayman Islands liegen. Wichtig dabei ist, dass die Gewinne dieser Handelsbeziehungen in der Steueroase anfallen, so dass sie nicht im Heimatland oder einem anderen Land versteuert werden.
Für Privatpersonen ist zu sagen, dass sich Gefahr bei einer Steuerflucht aufzufallen vor allem durch die Digitalisierung der Welt erhöht hat, so dass zunehmend mehr Menschen Angst davor haben, bei solchen Transaktionen aufzufallen.