Kulinarisches von den Cayman Islands

Die Cayman Islands wurden zwar bereits 1503 entdeckt, doch erst im 18. und 19. Jahrhundert ließen sich Siedler dort permanent nieder. Da es auf den Inseln nie Eingeborene gegeben hat und die Siedler erst relativ spät hier herkamen, gibt es auf den Cayman Islands keine lange, tiefverwurzelte kulinarische Geschichte oder Tradition. Stattdessen ist die Küche der Inseln geprägt vom Erbe der frühen Siedler. Die Haupteinflüsse in der Küche der Cayman Islands sind allen voran Jamaika, Kuba und Honduras. Spuren des englischen Einflusses sind auch erkennbar, besonders in Desserts und Snacks wie dem beliebten Fruchtkuchen (dark fruitcake), zubereitet mit Butter und verschiedenen, in Alkohol getränkten, Fruchtsorten. Weitere Beispiele des englische Erbes sind süße Gewürzkuchen (Spice Buns), Rindfleischsandwiches, hausgemachte Pfefferminzsüßigkeiten und das traditionelle Dessert der Inseln, eine Spezialiät genannt Heavy Cake, ein Art kompakter, saftiger Konfekt aus geriebenem Maniok, Kokusnussmilch, braunem Zucker und anderen Gewürzen.
Trotzdem kann natürlich der typisch karibische Einfluss nicht verleugnet werden, dieser zeigt sich besonders deutlich in Süßigkeiten wie Kokosnussdrops und Kokosnussbrot. Doch im Allgemeinen zeichnet sich das Essen auf den Cayman Islands durch eine Mischung verschiedener Aromen und Stile aus. Besonders auf Grand Cayman findet man zahlreiche Restaurants mit international bekannten Köchen, die ihren eigenen Stil mit in die karibische Küche einbringen. Obwohl die alten Rezepte der Cayman Islands nicht aufgezeichnet wurden und nur noch wenige Köche die Gerichte wie früher zubereiten, hat sich die Quintessenz, das Wesen der Küche doch bis heute erhalten.
In früheren Zeiten waren Gewürze und Lebensmittel wie Reis, Nudeln und Fleisch auf den Cayman Islands Luxusgüter und äußerst schwer zu bekommen. Daher ist die Basis der traditionellen Küche meistens Fisch, Gemüse und Kokosnuss, zubereitet auf verschiedene Arten, jedoch immer so, dass die Aromen sich über einen langen Zeitraum entfalten können. Die Gerichte wirken auf den ersten Blick oft erstaunlich einfach, erfordern jedoch viel Arbeit und Können, da diese Küche auf “Slow Food“ basiert. Slow Food bedeutet dass die Zutaten über einen sehr langen Zeitraum schonend zubereitet werden und somit praktisch nichts von den wichtigen Inhaltsstoffen verloren gehen und die Aromen sich vollkommen entfalten können.
Die Kokosnuss ist ein entscheidender Bestandteil in vielen Rezepten, sie wurde nicht nur als Öl und Zutat sondern auch als Gewürz benutzt und gibt vielen Gerichten ihre ganz spezielle, karibische Note. Da die Cayman Islands mitten im karibischen Ozean liegen, ist es nicht verwunderlich, dass Fisch und Meereslebewesen einen Grundbestandteil der Küche bilden. Besonders beliebt in der Küche der Inseln sind Schildkröten, wobei diese speziell gezüchtet werden, da die wilden Schildkröten unter Schutz stehen, Thunfisch, Königinnen-Umber, Muscheln, Krebse und Hummer.
Die Gewürze der Caymanischen Küche sind Kokosnuss, Paprika in allen Variationen, schwarzer Pfeffer, Salz und Frühlingszwiebeln. Andere Gewürze wie Kumin, Knoblauch, Koriander und Oregano sind keine einheimischen Gewürze und fanden erst später ihren Weg in die Rezepte der Cayman Islands. Die beliebtesten und bekanntesten Gerichte der Inseln basieren noch heute auf den alten, traditionellen Rezepten und bestehen vorwiegend aus reichhaltigen Eintöpfen mit Schildkröten, Muscheln oder Rindfleisch, kombiniert mit Gemüse, scharfer Paprika und Kürbis, gekocht in Kokosnussmilch. Andere beliebte Gerichte sind in Kokosnussöl frittierter Fisch mit frittierten Teigbällchen und Reis mit roten Bohnen. Die Küche der Cayman Islands ist eine einzigartige Kombination aus den verschiedensten Einflüssen aus der gesamten Karibik. Somit sind die Gerichte der Insel nicht nur ein kulinarisches Vergnügen sondern auch eine Reise durch die Zeit und die unterschiedlichen Facetten der Karibik, die hier in perfekter Harmonie zusammenfinden.